Eine Kutschenfahrerin, gekleidet in einer dunklen Jacke und mit einem Helm, steuert ein Pferd während einer Fahrveranstaltung. Sie hebt eine Peitsche und trägt eine blaue Decke über ihren Beinen, während eine weitere Person hinter ihr sitzt. Im Hintergrund sind Bäume zu sehen.

Bei der diesjährigen WM im eigenen Land haben die deutschen Para-Fahrer wieder große Pläne: sie wollen ihren Mannschaftstitel und die Gold- und Silbermedaille in den Einzelwertungen verteidigen. Bei der WM 2023 in Exloo (NL) konnte sich Alexandra Röder, die jetzt Alexandra Sievers heißt, gleich zwei Goldmedaillen sichern. Sie gewann den Weltmeistertitel sowohl in der Einzelwertung in Grade II als auch mit dem deutschen Team. Foto: FEI/Martin Dokoupil

4. bis 7. September in Lähden im Emsland

Die Weltmeisterschaft der Para-Fahrer findet – wie schon 2023 in Exloo in den Niederlanden – wieder gemeinsam mit den Europameisterschaften der Vierspänner statt. Erstmalig richtet die PSG Lähden ein solches Event aus. Zusätzlich zur WM und EM wird es noch einen Nationenpreis für Einspänner geben.

Das deutsche Team der Para-Fahrer ist Titelverteidiger bei der WM. Alexandra Röder, die jetzt Alexandra Sievers heißt, mit Equistar Lucie, Patricia Großerichter mit Gentle-Man und Heiner Lehrter mit Dashwood hatten 2023 souverän Gold geholt. Zusätzlich gewann Alexandra Röder noch Einzel-Gold in Grade II und Patricia Großerichter Einzel-Silber in Grade I.

Für Deutschland in Lähden an den Start gehen:

  • Patricia Großerichter (Steinfeld, Grade I) mit DSP Gentle-Man
  • Ivonne Hellenbrand (Dillingen, Grade II) mit Maibach
  • Heiner Lehrter (Mettingen, Grad I) mit Mastro’s Nero
  • Franz-Josef Melchers (Nordwalde, Grade II) mit Leonardo
  • Torsten Röder (Hamminkeln, Grade II) mit Golden Dreamcatcher
  • Alexandra Sievers (Mechernich, Grade II) mit Equistar Lucie

Zeitplan WM:

Do, 4. September 9 Uhr Dressur
Fr, 5. September 19 Uhr Show-Programm (Eintritt frei – öffentlich)
Sa, 6. September 8 Uhr Gelände
20 Uhr Party in der Eventhalle (Eintritt frei – öffentlich)
So, 7. September 10 Uhr Hindernissfahren

Samstag & Sonntag: Tagesticket 10 Euro pro Person. Eintritt frei für Kinder bis 14 Jahre sowie für Menschen mit Behinderung.

Wettkampfmodus:

Klassisch-elegant sieht es aus, wenn die Fahrer in der Dressur im Fahrstadion ihre Kreise ziehen.

Rasant zu geht’s dagegen im Gelände beim Marathon. Acht knifflige Hindernisse warten auf der rund neun Kilometer langen Geländestrecke auf die Gespanne. Jedes Hindernis besteht aus mehreren Pflichttoren, die in einer bestimmten Reihenfolge zu durchfahren sind. Gewertet wird die Zeit von der Ein- bis zur Ausfahrt, für das Abstreifen abwerfbarer Hindernisteile und das Verlassen des Wagens durch Fahrer oder Beifahrer werden Strafpunkte addiert.

Die Bewertung beim Hindernisfahren (Kegelparcours), der dritten und letzten Teildisziplin bei der WM der Para-Fahrer, ist ähnlich wie beim Springreiten, nur dass nicht Stangen, sondern Bälle fallen. Gestartet wird in umgekehrter Reihenfolge des Zwischenergebnisses. Wer in Führung liegt, geht als Letzter ins Rennen. Da zählt nicht nur Fahrkunst, sondern auch ein gutes Nervenkostüm.

Bei der Weltmeisterschaft der Para-Fahrer wird einspännig gefahren – egal ob mit einem Pony oder Pferd. Unterteilt wird zusätzlich noch einmal in Grade I oder Grade II – je nach Schwere der Beeinträchtigung des Fahrers. In Grade I sind die am schwersten eingeschränkten Fahrer, in Grade II die leichter eingeschränkten Fahrer eingestuft. Außerdem erlaubt sind kompensatorischen Hilfsmittel, die jeder einzelne Fahrer für sich individuell angepasst hat. Das können beispielsweise besondere Leinen mit Schlaufen sein, besondere Sitze, umgebaute Bremsen oder ganzer Kutschen, Hilfen durch den Beifahrer oder vieles andere ist möglich.

„Wir freuen uns sehr auf die WM im eigenen Land und dass wir gemeinsam mit den Vierspännern Teil eines großartigen Championats sein dürfen, das ist gelebte Inklusion“, sagt der Bundestrainer der Para-Fahrer Ludger Schmeing.

Offizielle Website des Veranstalters: www.psg-laehden.de

Textquellen: Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) und Interessengemeinschaft Fahren für Menschen mit Behinderung e.V. (Jutta Lehmeyer, Pressesprecherin IG Fahren für Menschen mit Behinderung).