Bei der 8. Tagung der Tierärztlichen Plattform Tierschutz (TPT) am 12. und 13. Juni 2026 in Oesede stand das Thema „Tiere im sozialen Einsatz“ im Mittelpunkt. Das Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten (DKThR) war durch seine Lehrbeauftragte Dr. Elke Haberer vertreten.
Bereits im Vorfeld der Tagung hatte Dr. Haberer die zentrale Botschaft ihres Vortrags formuliert:
„Die Tierärztliche Plattform Tierschutz (TPT) hat ihre Tagung in diesen Jahr in Oesede dem Thema „Tiere im sozialen Einsatz“ gewidmet. Und ich bekomme die Möglichkeit, über Pferde im sozialen Einsatz zu sprechen. Ich nutze die Möglichkeit also, um pferdgestützte Therapie, Förderung und Pferdesport für Menschen mit Behinderung vorzustellen und auch das DKThR vorzustellen. Ich bin sehr gespannt auf die Reaktion zu meiner These, dass bei uns Tierschutz nicht nur ein Prinzip ist, sondern Tierschutz als Ergebnis von Beziehungsgestaltung und Beziehungskompetenz ist.“
Diese Haltung entspricht dem Selbstverständnis des DKThR. Der fachkundige und artgerechte Umgang mit dem Partner Pferd ist fest im Leitbild des Verbandes verankert und gehört zu seinen unverrückbaren Grundsätzen. Darüber hinaus verfügt das DKThR über einen eigenen Tierschutzbeauftragten, der die Bedeutung des Tierschutzes innerhalb des Verbandes zusätzlich unterstreicht.
Die Ergebnisse der Tagung zeigen, wie aktuell und relevant die von Dr. Haberer formulierte These ist. In ihrem Fazit hält sie fest:
„Im Rahmen der Tagung waren sich alle im Bereich der TGI verantwortlichen Personenkreise – Fachkräfte, Weiterbildende, Fachverbände und Berufsverbände, Tierärzte und Ärztinnen und VeterinärmedizinerInnen – in einem zentralen Punkt einig: Tierschutz bildet die unverzichtbare Grundlage allen fachlichen Handelns. Unabhängig von den jeweiligen Tätigkeitsfeldern besteht Konsens darüber, dass hohe Tierschutzstandards nur durch qualifizierte Ausbildung, fundierte Sachkunde und eine kontinuierliche fachliche Weiterentwicklung gewährleistet werden können.
Als wesentliche Herausforderung wurde die uneinheitliche Lage zum Thema Paragraph 11 des Tierschutzgesetzes – Sachkunde – identifiziert.
Ein konkretes Ergebnis der Tagung ist die Einrichtung einer interdisziplinären Arbeitsgruppe zum Thema Sachkunde. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist die Erarbeitung einer einheitlichen Struktur sowie eines tragfähigen Konzepts für Sachkundenachweise, die als Grundlage für die Anerkennung und Bewertung durch die zuständigen Veterinärämter dienen können.
In der Arbeitsgruppe sind neben den Vereinigungen der Tierärzte die relevanten Fachverbände und Organisationen: ISAAT, ESAAT, die TVT, BTI und PI. Durch diese breite fachliche Beteiligung soll sichergestellt werden, dass unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt und praxistaugliche, bundesweit anschlussfähige Lösungen entwickelt werden.
Die Tagung hat damit einen wichtigen Impuls für die weitere Professionalisierung der tiergestützten Intervention gesetzt und die Grundlage für eine stärkere Harmonisierung von Tierschutz- und Sachkundestandards geschaffen.“
Für das DKThR bestätigt die Tagung damit die Bedeutung von qualifizierter Ausbildung, fachlicher Kompetenz und verantwortungsvoller Beziehungsgestaltung zwischen Mensch und Pferd. Sie bilden die Grundlage dafür, dass pferdgestützte Therapie, Förderung und Sport sowohl den Bedürfnissen der Menschen als auch dem Wohl der eingesetzten Pferde gerecht werden
Text: Elke Lindner-Trumpp, DKThR
Die achte Tagung der Tierärztlichen Plattform Tierschutz (TPT) befasste sich mit dem wachsenden Bereich tiergestützter Therapien und Interventionen. Foto: Privat
Dr. Elke Haberer vertrat als DKThR-Lehrbeauftragte das Kuratorium. Foto: Privat

